Angst

Wie so oft in den Wintermonaten saß ich auf der Couch und philosophierte so vor mich hin.
Meine Gedanken, welche ich aktuell etwas stiefmütterlich behandle und sehr gerne einfach unvollendet, nicht fertig gedacht wegschicke, kreisten um ein Thema, das mehr als nur Wortglauberei ist:

Nicht selten hört man aus meinem Mund den Satzanfang: „Keine Angst, ich meine nicht… mache nicht… ich denke nicht…“. Damit möchte ich mein Gegenüber nicht beunruhigen oder die erkannten Muster einer sich anbahnenden Beunruhigung durchbrechen. Ebenso behaupte ich gerne, keine Angst zu haben.

Angst ist negativ behaftet. Angst haben, ängstlich sein ist etwas unkomfortables, etwas, das man scheinbar nicht möchte. Der sprachliche Umgang mit diesem Wort ist der Beweis für die sehr inspirierende Beobachtung von Erich Fromm, welche er in seinem Buch Haben oder Sein „Besitz“ und „Identifikation“ unterscheidet.
Wir „haben Angst“! Kaum jemand in meinem Umfeld redet davon, ängstlich zu sein wenn er eine Situation beschreibt, in welcher er diese Emotion empfindet. Alleine der Umstand, dass wir davon sprechen eine Emotion zu haben, statt uns mit dieser zu identifizieren in dem Moment des Empfindens, drückt unsere Haltung zu ihr aus.
Wenn ich mich zwischen der Identifikation und dem Besitzen für den Besitz entscheide, treffe ich eine Wahl der Distanz. Erst wenn ich mich mit der Emotion identifiziere, wenn ich mir eingestehe, dass sie ein Teil von mir ist, kann ich eine gesunde Beziehung zu ihr aufbauen. So zumindest ist es mir auf meinem Weg gegangen. Angst zu haben würde assoziieren, ich könnte sie jederzeit wieder abgeben. Das halte ich für unmöglich bzw. nicht erstrebenswert.

Ich versuche zu unterscheiden zwischen der Angst aufgrund von konditionierten Ereignissen und unserem Umgang mit ihnen, also der konditionierten Angst. Und dann ist da noch die unmittelbaren Angst, welche unser Reptilienhirn (Begriff aus der Lehre der gewaltfreien Kommunikation) in Kraft setzt und Handlungen hervorruft, die das Überleben sichern sollen. (Auch Panik oder Schreck genannt).
Ich schreibe hier von der konditionierten Angst, einem Begleiter, der uns sehr hilfreich sein kann. Lange Zeit, wahrscheinlich auch weil es mir in meinem Umfeld so vorgelebt wurde, war meine Beziehung zur konditionierten Angst gestört.

Ich habe sie weggeschoben, sie stillgelegt oder übertönt. Sie ist nicht laut, löst keinen akuten Schmerz aus und ist ein geduldiger und ausdauernder Zeitgenosse. Optimal also um ihr Dasein für lange Zeit, manchmal sogar ein Leben lang, zu verleugnen, unterdrücken oder zu übergehen. Aus der Sicht des Habens verständlich. Einfach wegstellen und damit hat sich’s. Leider weit gefehlt.

Konditionierte Angst habe ich als etwas kennengelernt, das, sofern ich es nicht annehme und akzeptiere, als ein Teil meines Lebens, mir schwer zu schaffen machen kann. Verhaltensweisen änderte ich sogar, um sie zu leugnen. Geduld und Beharrlichkeit sind schon zwei wirklich starke Mittel! Ängstlich sein heisst, die Angst vor Durchlebtem willkommen zu heissen. Nur so ist es mir gelungen tiefer zu blicken. Hinter die Kulisse. Diese Türe zu öffnen. „Hallo Angst“ – „Hallo, tritt ein“…

Angst vor erneuten Verletzungen, Angst vor erneutem Verlust, Angst vor erneuter Konfrontation…
Wir ziehen die Angst vor. Das erzählen wir, sofern wir überhaupt von ihr erzählen. Wir stellen sie zwischen das erneute Erleben von etwas, das wir nicht nochmals in unserem Leben empfinden wollen und unserem Sein. Sie ist unser Schutzschild. Sie schärft Sinne, schürt Konzentration, macht uns wachsam. Leider nicht nur.
Angst schien für vieles zu stehen:
Angst ließ mich laut werden, aggressiv sein und manchmal auch handeln. Angst war die Ursache für viele Anstauungen und negative Energien in mir, wenn ich sie so behandelte, wie ich sie behandelt habe. Angst machte viele schöne Geschehnisse kaputt oder zu normalen Events.

Wahrscheinlich sind viele schlimme Dinge, die wir Menschen ausführen, auf den gestörten Umgang mit und der Beziehung zur eigenen Angst zurückzuführen. Denn auch den Umgang mit Angst kann man konditionieren.

Es wäre doch schön, wenn jemand, der sagt er habe keine Angst meinen würde, dass ihn seine Angst nicht negativ beeinflusst.

Ich wünsche mir für die Welt, dass Emotionen nicht aberkannt werden. Sie sind ein Teil von uns.
Ich wünsche mir für die Welt, dass Narben durch Erlebtes nicht verdeckt werden müssen denn das ist anstrengend und verändert unsere Authentizität.
Ich wünsche mir für die Welt, dass die konditionierte Angst nicht versteckt werden muss und man nicht denkt, dieses Versteck verteidigen zu müssen, denn das bedeutet Kampf.

Ich habe keine Angst. Ich bin ängstlich oder trage Angst in mir. Doch sie beeinflusst mein Leben nicht negativ!

 

 

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Mein Zuhause

Als Kind wuchs ich auf mit der Beschreibung „Zuhause“ für den Ort, an dem meine Eltern mich beherbergten und umsorgten. Dort konnte ich mich fallen lassen, entspannen, Zuflucht suchen. Zuhause war ein Rückzugsort, ein abschließbares Zimmer, eine Adresse in einer Straße, eine gewohnte, vertraute Umgebung.

Je mehr ich in die Welt hinaus ging, desto ungenauer wurde die Beschreibung dieses Ortes. Oft nannte ich sogar das Hotel in welches ich gerade zurückkehren wollte das Zuhause. „Ich gehe Heim, ich gehe nach Hause“.

Je weiter ich mich von der einstigen Adresse mit dem Namen Zuhause entfernte, desto eher wurde es der Ort, die Region, das Land, der Kontinent. „Hi, my name is Moe, I am from Germany“.

Mit der Zeit und mit zunehmendem Alter schwindet dieser einstige Zufluchtsort. Man zieht aus dem Elternhaus aus. Bewohnt eine eigene Adresse, hat einen eigenen Briefkasten.

Mit der Zeit wird die Region, das so gut gekannte Umfeld das Zuhause in das Gefühl der Heimat verwandeln. So geschieht es mir, wenn ich von Reisen zurück in die gewohnte Umgebung komme. Hier kenne ich mich aus. Doch bin ich hier zuhause?

Auf der Suche nach der Bedeutung, meiner Bedeutung für das Wort Zuhause, fand ich mich wieder, als es um ein scheinbar bedeutendes Thema im Lebenswandel eines Menschen ging: Schaffen wir uns ein gemeinsames Zuhause? Kaufen oder bauen wir ein Haus?

Das bringt Bindungen und Verbindlichkeiten mit sich, warum man es dann wohl als Zuhause definiert. Vielleicht weil man nun in gewisser Weise auch daran gebunden ist. Doch ist ein Gebäude wirklich mein Zuhause?

Warum? Weil dort meine Besitztümer lagern? Weil ich einen Schlüssel für dort habe? Weil meine Frau dort auch wohnt und später meine Kinder?

Nein! Diese Argumente überzeugten mich nicht.

Mein Zuhause, so habe ich für mich herausgefunden, sind Momente in denen ich mich so wohl fühle wie damals. Damals, als ich fälschlicherweise dachte dieser Zustand liege an der Wohnung meiner Eltern.
Meinen Kindern werde ich dieses Zuhause sein.

Zuhause sein, bedeutet für mich, in einem bestimmten Zustand zu sein. In einem Zustand von Glückseligkeit, Sicherheit, Wohlbefinden, Entspannung, Liebe, Geborgenheit und sehr wichtig: Im Verstandenwerden.

Das ist, was Eltern ihren Kindern geben und was ich bis heute in unzähligen Begegnungen, Gesprächen, Situationen und Gefühlen erlebt habe und erlebe.

„Home is, where the heart is“ so sagt man. Mein Herz habe ich immer dabei.

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Glücklich sein

Einst wurde ein Kind geboren. Das Ergebnis eines Liebesaktes, der in seiner Bedeutung durch die Geburt gewonnen hat, in seiner Absicht jedoch nicht zwangsläufig.

Zwei Menschen, die irgendwo zueinander gefunden haben und die Situation, welche nun Folgen hat, erleben. Ich denke nicht, dass Kinder eine Entscheidung sind. Das Schwangerwerden wird immer mehr zum „Unfall“ oder unvorhergesehenen Ereignis. Das misst sich daran, dass so viele Ehen, auch jene mit Kindern, wieder getrennt werden.

„In Deinem Leben lernst Du viel. Du wirst enttäuscht, Du wirst vom Weg abkommen, Du wirst finden und verlieren. Doch Du wirst immer verantwortlich für Dich selbst sein. Jede Energie, jede Tat, jedes Wort, welches Dich verlässt, wird auf Dich zurückgeführt.

Dabei musst Du damit rechnen, dass man Dich am Ergebnis misst und nicht an Deinen intimen, menschlichen Beweggründen, welche hinter Deinen Handlungen stecken.“

Das ca. würde ich einem Kind mit auf den Weg geben.

Unser Leben verbringen wir fast ausschließlich damit, die Suche nach Glück und Erfüllung zu bestreiten. Das macht das Leben unplanbar. Dabei verlieren wir uns selbst aus den Augen da wir in uns suchen, wir trauen uns das nicht zu. Stattdessen wenden wir uns anderen Menschen zu, anderen Dingen zu, suchen das Erlebnis in Situationen. Und da uns diese Suche so müde macht und wir uns dabei immer von unseren Mitmenschen, denen wir diese Verantwortung übertragen wollen, abhängig gemacht haben, werden wir müde und werden wach und werden euphorisch und werden erschöpft, ohne, dass wir das gänzlich selbst im Griff haben wollen.

„Du entwickelst Dich von einem filterlosen Lebewesen, welches das Wertvollste so rein und klar empfindet zu einem nahezu undurchdringlichen Labyrinth. Du entwickelst Dich von der Kompatibilität zu jedem Menschen auf dieser Welt zu einem Einzelkörper, zu einem Puzzleteil.“

Das Leben verlangt einem sehr viel ab. Es wird einem geschenkt, doch fühlt es sich sehr oft danach an, als würde mit diesem Geschenk eine sehr große Erwartung mitgegeben. Eine Erwartung an das Erfüllen der Ansprüche anderer.

Wir urteilen nach dem WAS, doch sind wir alle Schlafwandler auf der unkonzentrierten Suche WARUM wir leben. Das beschäftigt uns ein Leben lang, bis wir sterben.

Glücklich sein ist eine Entscheidung. Das habe ich gelernt. Keine klare, aber eine starke und wichtige Entscheidung. Leider übernehmen wir eine Charaktereigenschaft, die schon fast evolutionär geworden ist weil sie auf fast jeden Menschen zutrifft: Wir lernen, auszuhalten. Wir gewöhnen es uns an, Schmerz, Unbehagen, Gedanken und Gefühle zu akzeptieren, die uns Kraft rauben und uns am Leben hindern. Sogar solche Mitmenschen akzeptieren wir an unserer Seite ohne aktuellen Grund oder Anlass. Das klare Wesen schwindet in uns. Es verkümmert, weil wir verlernen zu sehen. Weil wir uns mit Unglück zufrieden geben und nicht nach dem Glück suchen.

Jede Situation, die Potential hat, uns unglücklich zu machen, kann uns, nach der Suche nach der passenden Perspektive, glücklich machen. Das Unglücklichsein ist etwas Unnatürliches, welches uns von unseren Mitmenschen vorgelebt wurde und was wir übernommen haben. Es ist ein Virus, welcher in jeder Kultur zu finden ist.

Im Moment des Unglücks sind wir gelähmt, da wir Energie verbrennen, sie geht uns verloren, es schwächt uns und wir haben durch diesen Energieaufwand nichts erschaffen, das zu uns zurückkommt. Diese Umstand ist gefährlich und kann lebensbedrohlich sein!

Nun schreibe ich jedoch auch von den kleinen Energiefressern. Dazu zählen auch Situationen, in die wir mit Pauken und Trompeten hineingerannt sind, uns damit abgefunden haben, dass Alltag einkehrt und die Sache entzaubert wurde. Die Beziehungen, welche die Menschen da draußen leben. Mit ihrer Arbeit oder mit ihrem Partner. „Man muss buckeln um Geld zu haben um sich Dinge kaufen zu können“, „Meine Schwiegereltern fragen schon öfter nach, wann wir heiraten oder ob ich schwanger bin“…

Wir werden verpflichtet Kinder zu haben wenn wir geheiratet haben, oder zusammen zu bleiben weil es genug Menschen wissen und von einer Trennung mitbekommen würden.

Wir wollen nicht ohne Arbeit da stehen und uns mit weniger Geld abgeben. Wir tauschen unser Glück gegen Geld und Lebenszeit ein.

Das Leben ist wunderbar. Es ist großartig. Doch ist es im selben Moment auch schrecklich, ekelhaft, kaum zu ertragen. Wir sind, was wir preisgeben vor den anderen. Doch in uns selbst noch viel mehr. Nur müssen wir für uns selbst ein guter Türsteher sein. Denn wir sind auch, was wir von Außen in uns hineinlassen. Das sind nicht nur Erzählungen, denen wir lauschen, Spiele, die wir spielen, es ist auch Nahrung oder es sind Bilder und besonders Mitmenschen und Situationen mit ihnen.

Alles, das komplette Leben, ist eine Frage der Perspektive. Eine Frage der Sicht, die man darauf einnimmt und der Disziplin, die man walten lässt.

Diese Erkenntnis stimmt mich zuversichtlich.

Zum Glück!

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Schwierige Zeiten

Ich. Ich bin wütend, enttäuscht und manchmal sogar rachsüchtig.Ich bin unzufrieden, neidisch und nachtragend.
Wie jeder Mensch, bin ich mit einem Ego und Stolz ausgestattet. In meiner Welt dreht sich alles um mich.
Ich nehme alles persönlich, auch wenn man mich nach unverschämten Spaßphrasen mahnt, es nicht persönlich
zu nehmen. Ich ziehe oft nicht nur in Betracht sondern tendiere ich Richtungen. Im Kopf. Mit langer Übungsphase und einer harten Schule des Verstehens lerne ich, meine Impulse zu erkennen und einzuschätzen.
Ich bin ein Mensch der sich nicht am Riemen reisst, weil er es leer anwendet. Ich entscheide mich bewusst zu konträren Handlungen gegenüber meinen ersten, impulsiven Gedanken aus Erfahrung und Verständnis im Kopf. Ich befrage immer öfter mein Herz und meinen Bauch und lasse sie entscheiden. Und ich habe es bisher nie bereut. Über diese Entscheidungen gibt es keine schlechten Geschichten zu berichten.

Wir. Das Kollektiv Mensch ist. Wir haben keine Wahl. Wir können uns diesem Kollektiv weder physisch noch energetisch entziehen. Manche von uns sträuben sich dagegen bis in den Tod im hohen Alter. Viele von uns definieren für sich einen Platz in unserer Gesellschaft und entscheiden sich damit im Bunten für nur eine oder ein paar Farben.
Wir sind alle miteinander verbunden. Wir teilen unsere Ängste und unsere Hoffnungen. Dabei neigen wir zum Drama.
Wir sind Seelen in Hüllen aus Fleisch, aufgezogen auf ein Konstrukt aus Muskeln, Organen und Knochen.

Gemäß dem Chaoskreis haben wir in jedem Augenblick alle Möglichkeiten. Das bedarf nur einer einzigen Eigenschaft, einer Handlung: Wir müssen uns entscheiden. Tausende von Entscheidungen, gleich ob groß oder klein, stehen uns bevor. Oft beobachte ich, dass wir uns in unseren Entscheidungen gegen uns selbst richten. Wir wissen seit wir eine Seele haben, seit unser Wesen in lebendiger Dynamik existiert, was uns selbst und dem Kollektiv gut tut.
Irgendwie scheinen wir das zu vergessen, zu verlernen, zu verlogischen, zu ververstehen, zu verargumentieren, zu zerforschen.

Anderen helfen, hilft uns selbst. Sich für andere aufrichtig freuen beflügelt unser Gemüt, umgehend, sofort.
Lassen wir los, wird aus einem Vielleicht ein Ja. Geben wir her, empfangen wir.

Die deutlichste Eigenschaft eines Kollektivs ist, dass Harmonie vorherrscht.
In unserem Leben haben wir mit jeder Entscheidung eine Richtung gewählt und zu wählen:
Entscheiden wir uns für die Angst oder für die Liebe?

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Die Tendenz zur Komplexität

Dieses Zitat ist mir in dem großartigen Buch Shantaram begegnet
und ich kann anhand dieser Beschreibung bisher alles herleiten und
mich darin wiederfinden:

„Das Universum entstand vor ungefähr 15 Milliarden Jahren.
Zu Anfang war es absolut simpel strukturiert und seither wird es
zunehmend komplexer. Diese Bewegung vom Simplen zum Komplexen
ist dem Universum eigen und man nennt sie die Tendenz zur Komplexität.

Wir sind Ergebnisse dieses Prozesses ebenso wie die Vögel, die Bienen die
Bäume, die Sterne und sogar die Galaxien. Sollten wir durch eine kosmische
Explosion wie einen Asteroideneinschlag ausgelöscht werden, würde eine
andere Ebene unserer Komplexität entstehen denn so funktioniert das
Universum und so sieht es vermutlich überall im Universum aus.

Die endgültige oder ultimative Komplexität, die Stelle auf die dieser gesamte
Prozess ausgerichtet ist, nennen wir Gott. Alles was diese Bewegung zu Gott
hin fördert und beschleunigt ist gut, alles was sie behindert oder verhindert
ist böse. Wenn wir wissen wollen ob etwas gut oder böse ist, Krieg, Töten
und Waffenschmuggel zum Beispiel, sollten wir uns fragen, was wäre wenn
jeder das tun würde. Würde das uns in diesem Teil des Universums bei
der Bewegung unterstützen oder zurückhalten?
Dann bekommen wir eine Vorstellung davon ob es gut oder böse ist was
wir tun. Und, noch wichtiger, wir wissen warum es gut oder böse ist.

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Schatten

 

Wer ist das, der so läuft wie ich? Wer bist Du, ruf ich zögerlich.
Du dunkle Gestalt, da auf der Erde, ohne Gesicht und ohne Herde,
Immer alleine und um mich herum, sag mir liebst Du mich oder bist Du dumm?
Sag doch was los ist, ich kann dich nicht hören, rede mit mir anstatt mich zu stören,
Sogar im Schlaf liegst Du neben mir, sogar im freien Fall bist Du hier,
Verrat mir wer bist Du, Du fremdes Wesen, ach könnte ich doch aus Deinen Augen lesen.
Solange Du mir nichts tust, ist alles okay, gibst mir das Gefühl zu leben,
Ich sehe mich bewegen auf Kiesel und Schnee, ohne mich über Dich zu erheben.

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Satz des Abends

Dieser Satz aus dem Buch von Jorge Bucay „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ wurde zum Satz eine schönen Abends gekürt nachdem er zufällig aufgeschlagen wurde. Ich habe ihn mir gemerkt, weil er einen sehr schönen Perspektivenwechsel erzeugt:

„Setzt sich eine Eigenschaft über die anderen hinweg, so ist das nicht immer das Zeichen dafür, dass sie auch in uns dominiert, sondern oftmals nur der Ausdruck einer großen Anstrengung, den anderen Pol zu kaschieren, ihn zu umgehen um ihm zu widerstehen, ihn zu unterdrücken.“

Setze ich beliebige Eigenschaften wie Bescheidenheit, Stärke, Kälte, Schwäche, Offenheit oder Ehrgeiz in diesen Kontext, so kann ich schon bei mir selbst beginnen, Dinge zu erkennen und anders zu sehen.

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Der Sinn des Lebens

Du wurdest als Mystikum niemals geboren,
doch standest du immer im Raum.
Große Lyriker haben sich in dir verloren,
doch finden konnten sie dich kaum.

Ist es nicht beeindruckend, was Denken uns beschert?
Wie das Suchen im Gewesenen, das Sein beschwert?
Man hat deine Brüder als Blitz akzeptiert,
als Geschehnis im Moment und im Jetzt deklariert.

Das Sehen, das Riechen, das Hören, das Tasten,
das Schmecken allein schon erfüllt unsere Herzen,
weil physisch begreifbar durch Wohltun und Schmerzen.
Wieso also dein Dasein mit Denken belasten?

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Wir verstehen uns nicht mehr

Moritz Kempf wandert nach Ravensburg und bleibt stehen :-D
Sich verstehen bleiben.

Die Platte spielt kein Kratzen mehr in die Musik, sie hat sich aufpoliert zur makellosen Datei.
Ein Gespräch besteht aus Tippen der Fingerkuppen auf Plastiktäfelchen oder Glasscheiben.
Unser Herz klopft wie früher stark und nahezu ungebändigt im Brustkorb, der Blutdruck steigt, unsere Sinne sind hell wach wenn wir uns streiten. Nur die Stimme bleibt stumm, unsere Ohren lesen.
Wir sitzen zu 12. an 4er-Tischen und reden Buchstaben die früher zusammenhangslos höchstens in der Suppe schwammen.
Der aufrichtige Blick in die Augen des Gegenübers wurde ein flüchtiger Moment in dem sich Kamera und Sichtfeld kreuzen.
Verliebte mit Ausstrahlung leiden unter Einstrahlung oder verstrahlen ihre Wahrnehmung durch einsames Strahlen von zu vielen Farben.
Man wird zur Kenntnis genommen statt sich zu erkennen oder kennen zu lernen.
Um uns herum werden Prozesse aufgebrochen, offenbart und transparent gemacht, in uns hinein lassen wir nur noch Resultate da uns die Zeit fehlt, Wege zurück zu gehen um zu verstehen.
Soll und Haben stärken das „soll wohl so sein“ anstatt das sein wollen zu fördern.
Wir versteifen uns auf die 3% des ersten Eindrucks und malen daraus ganze Weltbilder in sturer Diktatur.
Wir lesen keine Mimik mehr, sie verrät uns nur noch.
Wir erinnern uns daran wie wir einmal sein wollten, nicht daran wie wir einmal waren!
Wir begegnen uns nicht mehr, wir treffen uns im Streuverlust.
Wir halten nicht mehr inne, wir spurten, wir rennen, wir zappeln, wir verstehen uns nicht mehr!

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The circle of numbers

Numb = Someone, who doesn’t feel that much anymore.
Number = Someone, who influenced you to calculate your life instead of feeling it.
A Number = Is what is left of you, if you got a Numb person.

Numb = Is what you got and all you can feel. All you can do now is search for followers on your broken path.
Number = Is what you got in thirst of getting credits for your formulars.
A Number = Is what you see in the mirror.

Numb = Will be the person you are the mentor of.
Number = Is the existence of you and what you teach.
A Number = Will be every of your pupils

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