Glücklich sein

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Einst wurde ein Kind geboren. Das Ergebnis eines Liebesaktes, der in seiner Bedeutung durch die Geburt gewonnen hat, in seiner Absicht jedoch nicht zwangsläufig.

Zwei Menschen, die irgendwo zueinander gefunden haben und die Situation, welche nun Folgen hat, erleben. Ich denke nicht, dass Kinder eine Entscheidung sind. Das Schwangerwerden wird immer mehr zum „Unfall“ oder unvorhergesehenen Ereignis. Das misst sich daran, dass so viele Ehen, auch jene mit Kindern, wieder getrennt werden.

„In Deinem Leben lernst Du viel. Du wirst enttäuscht, Du wirst vom Weg abkommen, Du wirst finden und verlieren. Doch Du wirst immer verantwortlich für Dich selbst sein. Jede Energie, jede Tat, jedes Wort, welches Dich verlässt, wird auf Dich zurückgeführt.

Dabei musst Du damit rechnen, dass man Dich am Ergebnis misst und nicht an Deinen intimen, menschlichen Beweggründen, welche hinter Deinen Handlungen stecken.“

Das ca. würde ich einem Kind mit auf den Weg geben.

Unser Leben verbringen wir fast ausschließlich damit, die Suche nach Glück und Erfüllung zu bestreiten. Das macht das Leben unplanbar. Dabei verlieren wir uns selbst aus den Augen da wir in uns suchen, wir trauen uns das nicht zu. Stattdessen wenden wir uns anderen Menschen zu, anderen Dingen zu, suchen das Erlebnis in Situationen. Und da uns diese Suche so müde macht und wir uns dabei immer von unseren Mitmenschen, denen wir diese Verantwortung übertragen wollen, abhängig gemacht haben, werden wir müde und werden wach und werden euphorisch und werden erschöpft, ohne, dass wir das gänzlich selbst im Griff haben wollen.

„Du entwickelst Dich von einem filterlosen Lebewesen, welches das Wertvollste so rein und klar empfindet zu einem nahezu undurchdringlichen Labyrinth. Du entwickelst Dich von der Kompatibilität zu jedem Menschen auf dieser Welt zu einem Einzelkörper, zu einem Puzzleteil.“

Das Leben verlangt einem sehr viel ab. Es wird einem geschenkt, doch fühlt es sich sehr oft danach an, als würde mit diesem Geschenk eine sehr große Erwartung mitgegeben. Eine Erwartung an das Erfüllen der Ansprüche anderer.

Wir urteilen nach dem WAS, doch sind wir alle Schlafwandler auf der unkonzentrierten Suche WARUM wir leben. Das beschäftigt uns ein Leben lang, bis wir sterben.

Glücklich sein ist eine Entscheidung. Das habe ich gelernt. Keine klare, aber eine starke und wichtige Entscheidung. Leider übernehmen wir eine Charaktereigenschaft, die schon fast evolutionär geworden ist weil sie auf fast jeden Menschen zutrifft: Wir lernen, auszuhalten. Wir gewöhnen es uns an, Schmerz, Unbehagen, Gedanken und Gefühle zu akzeptieren, die uns Kraft rauben und uns am Leben hindern. Sogar solche Mitmenschen akzeptieren wir an unserer Seite ohne aktuellen Grund oder Anlass. Das klare Wesen schwindet in uns. Es verkümmert, weil wir verlernen zu sehen. Weil wir uns mit Unglück zufrieden geben und nicht nach dem Glück suchen.

Jede Situation, die Potential hat, uns unglücklich zu machen, kann uns, nach der Suche nach der passenden Perspektive, glücklich machen. Das Unglücklichsein ist etwas Unnatürliches, welches uns von unseren Mitmenschen vorgelebt wurde und was wir übernommen haben. Es ist ein Virus, welcher in jeder Kultur zu finden ist.

Im Moment des Unglücks sind wir gelähmt, da wir Energie verbrennen, sie geht uns verloren, es schwächt uns und wir haben durch diesen Energieaufwand nichts erschaffen, das zu uns zurückkommt. Diese Umstand ist gefährlich und kann lebensbedrohlich sein!

Nun schreibe ich jedoch auch von den kleinen Energiefressern. Dazu zählen auch Situationen, in die wir mit Pauken und Trompeten hineingerannt sind, uns damit abgefunden haben, dass Alltag einkehrt und die Sache entzaubert wurde. Die Beziehungen, welche die Menschen da draußen leben. Mit ihrer Arbeit oder mit ihrem Partner. „Man muss buckeln um Geld zu haben um sich Dinge kaufen zu können“, „Meine Schwiegereltern fragen schon öfter nach, wann wir heiraten oder ob ich schwanger bin“…

Wir werden verpflichtet Kinder zu haben wenn wir geheiratet haben, oder zusammen zu bleiben weil es genug Menschen wissen und von einer Trennung mitbekommen würden.

Wir wollen nicht ohne Arbeit da stehen und uns mit weniger Geld abgeben. Wir tauschen unser Glück gegen Geld und Lebenszeit ein.

Das Leben ist wunderbar. Es ist großartig. Doch ist es im selben Moment auch schrecklich, ekelhaft, kaum zu ertragen. Wir sind, was wir preisgeben vor den anderen. Doch in uns selbst noch viel mehr. Nur müssen wir für uns selbst ein guter Türsteher sein. Denn wir sind auch, was wir von Außen in uns hineinlassen. Das sind nicht nur Erzählungen, denen wir lauschen, Spiele, die wir spielen, es ist auch Nahrung oder es sind Bilder und besonders Mitmenschen und Situationen mit ihnen.

Alles, das komplette Leben, ist eine Frage der Perspektive. Eine Frage der Sicht, die man darauf einnimmt und der Disziplin, die man walten lässt.

Diese Erkenntnis stimmt mich zuversichtlich.

Zum Glück!

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Schwierige Zeiten

Chaoskreis

Ich. Ich bin wütend, enttäuscht und manchmal sogar rachsüchtig.Ich bin unzufrieden, neidisch und nachtragend.
Wie jeder Mensch, bin ich mit einem Ego und Stolz ausgestattet. In meiner Welt dreht sich alles um mich.
Ich nehme alles persönlich, auch wenn man mich nach unverschämten Spaßphrasen mahnt, es nicht persönlich
zu nehmen. Ich ziehe oft nicht nur in Betracht sondern tendiere ich Richtungen. Im Kopf. Mit langer Übungsphase und einer harten Schule des Verstehens lerne ich, meine Impulse zu erkennen und einzuschätzen.
Ich bin ein Mensch der sich nicht am Riemen reisst, weil er es leer anwendet. Ich entscheide mich bewusst zu konträren Handlungen gegenüber meinen ersten, impulsiven Gedanken aus Erfahrung und Verständnis im Kopf. Ich befrage immer öfter mein Herz und meinen Bauch und lasse sie entscheiden. Und ich habe es bisher nie bereut. Über diese Entscheidungen gibt es keine schlechten Geschichten zu berichten.

Wir. Das Kollektiv Mensch ist. Wir haben keine Wahl. Wir können uns diesem Kollektiv weder physisch noch energetisch entziehen. Manche von uns sträuben sich dagegen bis in den Tod im hohen Alter. Viele von uns definieren für sich einen Platz in unserer Gesellschaft und entscheiden sich damit im Bunten für nur eine oder ein paar Farben.
Wir sind alle miteinander verbunden. Wir teilen unsere Ängste und unsere Hoffnungen. Dabei neigen wir zum Drama.
Wir sind Seelen in Hüllen aus Fleisch, aufgezogen auf ein Konstrukt aus Muskeln, Organen und Knochen.

Gemäß dem Chaoskreis haben wir in jedem Augenblick alle Möglichkeiten. Das bedarf nur einer einzigen Eigenschaft, einer Handlung: Wir müssen uns entscheiden. Tausende von Entscheidungen, gleich ob groß oder klein, stehen uns bevor. Oft beobachte ich, dass wir uns in unseren Entscheidungen gegen uns selbst richten. Wir wissen seit wir eine Seele haben, seit unser Wesen in lebendiger Dynamik existiert, was uns selbst und dem Kollektiv gut tut.
Irgendwie scheinen wir das zu vergessen, zu verlernen, zu verlogischen, zu ververstehen, zu verargumentieren, zu zerforschen.

Anderen helfen, hilft uns selbst. Sich für andere aufrichtig freuen beflügelt unser Gemüt, umgehend, sofort.
Lassen wir los, wird aus einem Vielleicht ein Ja. Geben wir her, empfangen wir.

Die deutlichste Eigenschaft eines Kollektivs ist, dass Harmonie vorherrscht.
In unserem Leben haben wir mit jeder Entscheidung eine Richtung gewählt und zu wählen:
Entscheiden wir uns für die Angst oder für die Liebe?

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Die Tendenz zur Komplexität

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Dieses Zitat ist mir in dem großartigen Buch Shantaram begegnet
und ich kann anhand dieser Beschreibung bisher alles herleiten und
mich darin wiederfinden:

„Das Universum entstand vor ungefähr 15 Milliarden Jahren.
Zu Anfang war es absolut simpel strukturiert und seither wird es
zunehmend komplexer. Diese Bewegung vom Simplen zum Komplexen
ist dem Universum eigen und man nennt sie die Tendenz zur Komplexität.

Wir sind Ergebnisse dieses Prozesses ebenso wie die Vögel, die Bienen die
Bäume, die Sterne und sogar die Galaxien. Sollten wir durch eine kosmische
Explosion wie einen Asteroideneinschlag ausgelöscht werden, würde eine
andere Ebene unserer Komplexität entstehen denn so funktioniert das
Universum und so sieht es vermutlich überall im Universum aus.

Die endgültige oder ultimative Komplexität, die Stelle auf die dieser gesamte
Prozess ausgerichtet ist, nennen wir Gott. Alles was diese Bewegung zu Gott
hin fördert und beschleunigt ist gut, alles was sie behindert oder verhindert
ist böse. Wenn wir wissen wollen ob etwas gut oder böse ist, Krieg, Töten
und Waffenschmuggel zum Beispiel, sollten wir uns fragen, was wäre wenn
jeder das tun würde. Würde das uns in diesem Teil des Universums bei
der Bewegung unterstützen oder zurückhalten?
Dann bekommen wir eine Vorstellung davon ob es gut oder böse ist was
wir tun. Und, noch wichtiger, wir wissen warum es gut oder böse ist.

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Schatten

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Wer ist das, der so läuft wie ich? Wer bist Du, ruf ich zögerlich.
Du dunkle Gestalt, da auf der Erde, ohne Gesicht und ohne Herde,
Immer alleine und um mich herum, sag mir liebst Du mich oder bist Du dumm?
Sag doch was los ist, ich kann dich nicht hören, rede mit mir anstatt mich zu stören,
Sogar im Schlaf liegst Du neben mir, sogar im freien Fall bist Du hier,
Verrat mir wer bist Du, Du fremdes Wesen, ach könnte ich doch aus Deinen Augen lesen.
Solange Du mir nichts tust, ist alles okay, gibst mir das Gefühl zu leben,
Ich sehe mich bewegen auf Kiesel und Schnee, ohne mich über Dich zu erheben.

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Satz des Abends

JorgeBucay

Dieser Satz aus dem Buch von Jorge Bucay „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ wurde zum Satz eine schönen Abends gekürt nachdem er zufällig aufgeschlagen wurde. Ich habe ihn mir gemerkt, weil er einen sehr schönen Perspektivenwechsel erzeugt:

„Setzt sich eine Eigenschaft über die anderen hinweg, so ist das nicht immer das Zeichen dafür, dass sie auch in uns dominiert, sondern oftmals nur der Ausdruck einer großen Anstrengung, den anderen Pol zu kaschieren, ihn zu umgehen um ihm zu widerstehen, ihn zu unterdrücken.“

Setze ich beliebige Eigenschaften wie Bescheidenheit, Stärke, Kälte, Schwäche, Offenheit oder Ehrgeiz in diesen Kontext, so kann ich schon bei mir selbst beginnen, Dinge zu erkennen und anders zu sehen.

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Der Sinn des Lebens

Du wurdest als Mystikum niemals geboren,
doch standest du immer im Raum.
Große Lyriker haben sich in dir verloren,
doch finden konnten sie dich kaum.

Ist es nicht beeindruckend, was Denken uns beschert?
Wie das Suchen im Gewesenen, das Sein beschwert?
Man hat deine Brüder als Blitz akzeptiert,
als Geschehnis im Moment und im Jetzt deklariert.

Das Sehen, das Riechen, das Hören, das Tasten,
das Schmecken allein schon erfüllt unsere Herzen,
weil physisch begreifbar durch Wohltun und Schmerzen.
Wieso also dein Dasein mit Denken belasten?

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Wir verstehen uns nicht mehr

Moritz Kempf wandert nach Ravensburg und bleibt stehen :-D
Sich verstehen bleiben.

Die Platte spielt kein Kratzen mehr in die Musik, sie hat sich aufpoliert zur makellosen Datei.
Ein Gespräch besteht aus Tippen der Fingerkuppen auf Plastiktäfelchen oder Glasscheiben.
Unser Herz klopft wie früher stark und nahezu ungebändigt im Brustkorb, der Blutdruck steigt, unsere Sinne sind hell wach wenn wir uns streiten. Nur die Stimme bleibt stumm, unsere Ohren lesen.
Wir sitzen zu 12. an 4er-Tischen und reden Buchstaben die früher zusammenhangslos höchstens in der Suppe schwammen.
Der aufrichtige Blick in die Augen des Gegenübers wurde ein flüchtiger Moment in dem sich Kamera und Sichtfeld kreuzen.
Verliebte mit Ausstrahlung leiden unter Einstrahlung oder verstrahlen ihre Wahrnehmung durch einsames Strahlen von zu vielen Farben.
Man wird zur Kenntnis genommen statt sich zu erkennen oder kennen zu lernen.
Um uns herum werden Prozesse aufgebrochen, offenbart und transparent gemacht, in uns hinein lassen wir nur noch Resultate da uns die Zeit fehlt, Wege zurück zu gehen um zu verstehen.
Soll und Haben stärken das „soll wohl so sein“ anstatt das sein wollen zu fördern.
Wir versteifen uns auf die 3% des ersten Eindrucks und malen daraus ganze Weltbilder in sturer Diktatur.
Wir lesen keine Mimik mehr, sie verrät uns nur noch.
Wir erinnern uns daran wie wir einmal sein wollten, nicht daran wie wir einmal waren!
Wir begegnen uns nicht mehr, wir treffen uns im Streuverlust.
Wir halten nicht mehr inne, wir spurten, wir rennen, wir zappeln, wir verstehen uns nicht mehr!

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The circle of numbers

Numb = Someone, who doesn’t feel that much anymore.
Number = Someone, who influenced you to calculate your life instead of feeling it.
A Number = Is what is left of you, if you got a Numb person.

Numb = Is what you got and all you can feel. All you can do now is search for followers on your broken path.
Number = Is what you got in thirst of getting credits for your formulars.
A Number = Is what you see in the mirror.

Numb = Will be the person you are the mentor of.
Number = Is the existence of you and what you teach.
A Number = Will be every of your pupils

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Natürliche Auslese

Mein Beitrag vom Februar 2011, damals war ich frisch losgezogen um die Welt zu erkunden:
„Seit dem 12. Februar 2011 bin ich nun auf Reisen. Zuerst Montreal, dann Toronto mit Zwischenstopp in Ottawa, dann Vancouver. Im Moment sitze ich im Zug, welcher in ca. 3 Tagen dort ankommen wird.
Es ist interessant! Ich verbrachte die Tage in den Städten mit „für mich sein“. Fernab von meinen Freunden, oder den Leuten, welche ich in Friedrichshafen IMMER um mich herum hatte. Natürlich fütterte ich meinen Blog, um zu kommunizieren wie es mir geht und was ich tue, doch über die Empfänger sollte ich mir erst im Laufe meiner Reise klar werden.
Wo fange ich am Besten an?
Um zu gehen musste ich sehr viele Hürden nehmen und einige Lehren lernen, mit denen ich niemals gerechnet hätte.
Zwei Firmen waren in meinem Besitz:
Ritzdesign, gegründet im August 2006 und Ritzmotive gegründet Mitte 2010.
Beide sind Dienstleistungs-Unternehmen und verfügten daher über einen Kundenstamm oder sogar offene Projekte. Äußerste Priorität hatte es für mich daher, dass diese Aktivitäten professionell zu einem guten Abschluss gebracht werden sollten und meine Kunden sich weiterhin auf die Unterstützung und Begleitung und das Verständnis von Profis verlassen konnten. Mir wurde im Rahmen der Geschehnisse vor meiner Abreise, auf welche ich später detailierter eingehen werde, klar, dass meine Kunden nicht bei dem Namen „Ritzdesign“ Dienstleistung kauften, sondern eine Verbindung zu mir selbst bestand. Meine Kunden, welche unterschiedlicher nicht sein könnten, habe ich sehr liebgewonnen, was, wie ich später durch persönliches Feedback von ihnen vermittelt bekam, auf Gegenseitigkeit beruhte und die brenzliche Situation um Einiges einfacher machte, da ich deren Loyalität und Vertrauen besaß.
Ritzdesign sollte eigentlich intern weitergeführt werden, was ich jedoch nahezu in letzter Sekunde vermeiden konnte, da Internas an freie Mitarbeiter ausgehändigt wurden, während die Firma in der Prüfphase des Gegenübers war. Ich vermute eine geplante Intrige oder ein Missverständnis aufgrund mangelnder Geschäftsführungskenntisse, oder die Mischung von beidem, da zwei Personen unterschiedlicher Berufserfahrung involviert waren. Wie auch immer, samstags war die Abreise geplant, Donnerstag, also 9 Tage davor, holte ich die Unterlagen zurück, nachdem ich mit Südsicht, einer Marketing- und Werbefirma aus Friedrichshafen, Gespräche geführt hatte.
Dienstags dann fuhren wir die einzelnen Kunden der offenen Projekte ab und informierten sie über die Übernahme persönlich. Manche sprachen von „persönlichem Verlust-Schmerz“, andere drückten mir ganz klar ihr Vertrauen in mein Handeln und die Übergabe an professionelle Leute aus, was mir deutlich machte, wie eng die Kundenbindung doch war und mich ungemein beruhigte. Angriffe seitens des intriganten Gegenparts wurden durch die enorme Bindung dadurch schon im Keim erstickt, bzw. fanden keinen Nährboden.
Das gesamte Prozedere warf mich, in meiner Planung auf die Abreise gezielt, um ca. 5 Tage zurück, was einige Nachtschichten zu Folge hatte. Meinen Rucksack packte ich samstags morgens um 2 Uhr zusammen mit Freunden.
Freunde. Ich habe Freunde, die mir in dieser Zeit zur Seite standen, ich habe Freunde, die mich fragen wie es mir geht, die mich vermissen und unterstützen, ich habe Freunde, denen ich wichtig bin. Was bedeutet Freundschaft eigentlich?
Viele hätten unglaublich viel Energie damit vergeudet, sich über die Umstände vor meiner Abreise aufzuregen, wären sie an meiner Stelle gewesen, das weiß ich. Ich selbst wäre dem Stress schier verfallen. Gang zum Anwalt, Klage, Klärung, Urteil, Ausführung, NICHTS…. Ich tat nichts.
Was mich davon abhielt war die Gewissheit, dass auch dieses unvorhergesehene Dilemma den Wert der Erkenntnis zur Abreise und meiner Reise allgemein um einiges ansteigen ließ. Wie mir es mittlerweile nahezu immer gelingt, beobachtete ich mich und die Situation auch diesmal sehr genau, analysierte mein Verhalten und meine Reaktionen und lasse alles auch immer wieder Revue passieren. Natürlich getreu dem Motto: Es gibt eine Zeit des Redens und es gibt eine Zeit des Schweigens, was ich hierbei auf meine Gedanken-Impulse projiziere.
Bei der immer objektiver werdenden Sicht auf die Dinge, hinterfragte ich im Groben sehr oft den Begriff „Freunde, oder positive Verbindungen“.
Was muss man als Freund tolerieren, was darf man annehmen, was darf man erwarten und was wird erwartet?
Die Lehre der Firmenmisere trug schon sehr früh Früchte. Durch Menschen, denen ich vertraue, aber auch durch den Vorteil, dass ich nahezu jeden kenne, erfuhr ich, wie durch Gerüchte, mein Vorgehen bei der Firmenübergabe und meine Motivation zu gehen verdreht und weiterkommuniziert wurde, was man sich von Freunden nicht wünscht und was ich heute nichtmehr toleriere.
Ich nenne es, eine natürliche Auslese, welche, wenn man sich nicht „ärgern“ lässt, auf der anderen Seite jedoch sich selbst treu handelt, viele Vorteile mit sich bringt und mühseliges Hinterfragen vermeidet. Die Menschen, die Dir Energie rauben sind näher als Du denkst, Du musst sie nur erkennen.
Was erwarte ich mir von Freunden? Natürlich nur das, was ich selbst als Freund gebe. Natürlich das, was ich mir selbst als „Freundschaft“ vorstelle und was unserer beider Vorstellung entspricht.
Das wäre zum einen Vertrauen! Ich vertraue meinen Freunden blind, lege damit Verantwortung in ihre Hände, gebe diese jedoch auch von herzen. Geheimnisse, Gespräche, Probleme und Erfahrungen sind der Schatz einer Freundschaft und sollten nicht zur Rechtfertigung dieser nach außen getragen werden. Geht es um unbequeme Wahrheiten, so wünsche ich mir, immer zu wissen woran ich bin. Es gibt für mich nichts Wichtigeres als die Reflexion meines Ichs durch liebe Menschen. Habe ich falsch gehandelt, wird schlecht über mich geredet, so erwarte ich, das ich an der Front vertreten werde und man auf mein Wort vertraut, oder, dass man nachfragt und mir glaubt. So, wie ich es bei meinen Freunden tue.
Ich erwarte Loyalität und Glauben! Meine Freunde kennen mich und nehmen mich wie ich bin, sie wissen über meine Schwächen und Stärken bescheid, doch NIE würden sie diese gegen mich verwenden, außer es geht um eine Konfrontation mit Realitäten, welche unter vier Augen geschieht.
Verstehe ich nicht, dann akzeptiere ich, sehe ich nicht, dann fühle ich. Ich bin stets bemüht, mich in mein Gegenüber hinein zu versetzen, um zu verstehen. Gelingt es mir nicht, dann frage ich nach, verstehe ich es dann immer noch nicht, akzeptiere ich trotzdem. In einer Freundschaft geht es nicht um Barrieren wie Verstehen, das Teilen einer Ansicht oder das Beistehen um jeden Preis. Es geht um das gehört werden, um Falsch und Richtig, um Ja und Nein, um Schwarz und Weiß und alle anderen Farben, welche NUR von den zwei befreundeten definiert werden.
Mir wurde klar, dass ich schwach war. Ich suchte nach Anerkennung, Verständnis, Nähe, Austausch und Liebe. Leider und zum Glück weiß ich nun, das Schwäche auch Toleranz in einem Maße bedeutet, welches einen „Ja“ sagen lässt, obwohl man „Nein“ meint. Mein Akku lädt zwar noch lange, doch ich sehe klarer auf zurückliegende Dinge, auf Verhaltensweisen der Menschen, die einst um mich herum waren, auf Energien, welche positiv oder negativ sind und nichts dazwischen.
Mir war nicht klar, wie verändernd diese Reise für mich werden sollte, und ich stehe erst am Anfang, bzw. bin gerade erst warmgelaufen. Alles in allem würde ich behaupten, dass alles, was hier in diesem Blog über zwischenmenschliche Erfahrungen steht, auf Freundschaften und Sympathien angewendet werden sollte, nicht jedoch auf alle Menschen. Soviele Personen in meinem Bekanntenkreis verwandelten sich in leere Hüllen aus Haut und Knochen in meiner Wahrnehmung, waren es aber schon immer.
Danke für diese Erkenntnis. Ich schöpfe sehr viel Energie daraus und weiß meine Freunde daher ein Stück mehr zu schätzen, als ich es ohnehin schon tue.“

Meinen Reiseblog von damals habe ich immer noch online. Hier kann man die Einträge nachlesen

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Baum

Ich zitiere Neale Donald Walsch mit einer Passage aus einem seiner Bücher, welche mit sehr wenigen Worten genau das ausdrückt, was mir mit meinen Ansichten, auch hier im Blog vertreten, wiederfährt und wiederfahren ist im Bezug auf mich, die Gesellschaft und meine Ummenschen in vielen Situationen:

„…Und wenn Ihr versuchen würdet, euer Gefühl von Frieden, die Freude in eurem Leben, eure innere Ekstase zu erklären, so würden sie euren Worten lauschen, aber sie nicht hören. Sie würden versuchen, eure Worte zu wiederholen, würden ihnen aber einiges hinzufügen.
Sie würden sich fragen, wie es kommt, dass Ihr etwas habt, nach dem sie vergeblich suchen. Und dann würde sich in ihnen die Eifersucht regen. Bald würde sich die Eifersucht in Zorn wandeln, und in ihrem Zorn würden sie versuchen, euch davon zu überzeugen, dass IHR diejenigen seid, die das Leben nicht verstehen.
Und wenn es ihnen nicht gelänge, euch eure Freude auszutreiben, würden sie danach trachten, euch Schaden zuzufügen, so gewaltig wäre ihr Zorn. Und wenn ihr ihnen sagtet, dass es keine Rolle spielt, dass selbst der Tod eurer Freude keinen Abbruch tun, eure Wahrheit nicht ändern kann, würden sie euch ganz sicher töten. Wenn sie dann den Frieden sähen, mit dem ihr den Tod akzeptiert, würden sie euch Heilige nennen und wieder lieben.
Denn es liegt in der Natur der Menschen, das, was sie am meisten wertschätzen, erst zu lieben, dann zu zerstören und dann wieder zu lieben…“

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